Musik in der Sterbebegleitung

Singen als ein Klingen aus der Stille, aus der Fülle der bewussten Innerlichkeit, ist ein lauschendes, den anderen hörendes Singen... Singen macht, wie nichts anderes, die direkte Verständigung der Herzen über alle kulturellen Grenzen hinweg möglich.

Den Worten des Geigers Yehudi Menuhin möchte ich meine Erfahrungen hinzufügen.
Zwei Jahre lang arbeitete ich in einer Wohngruppe für dementiell Erkrankte in Frankfurt. Singen war immer wieder ein „Schlüssel“, um in Kontakt zu kommen mit Menschen, die auf der verbalen Ebene eingeschränkt erreichbar sind.

In einem Hospiz habe ich erfahren, wie bettlägrige und sterbende Menschen, die uns manchmal scheinen, als ob sie nicht mehr von unserer Welt wären, empfänglich waren für behutsame Töne und Melodien.

Das muss nicht für jeden sterbenden Menschen gelten.
Empathie für den Menschen und die Situation, in der er sich gerade befindet, ist Voraussetzung für eine gute Begegnung. Jeder Mensch hat das Recht, nicht „vorherbestimmbar“ zu sein. Vor diesem Hintergrund biete ich eine Begleitung an, die sich auf die Stimme, Unterstützung bei der Atmung und auf das Spiel von Klanginstrumenten bezieht.

Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die in der Begleitung Sterbender liegt.

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Annette Kohler-Welge


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